Project Harrier – Update 7 – November 2026

Von 30. Oktober 2026Modellbau, News12 min Lesezeit

Hallo und herzlich willkommen zur siebten Folge unserer Blogserie Project Harrier! Das Update fällt diesen Monat etwas kürzer aus, da sich das Team voll in die Vorbereitungen für die Scale Model World 2026 stürzt. Für alle, die zum ersten Mal dabei sind, lohnt es sich, noch einmal zu erklären, worum es hier geht. Wir haben mit der Entwicklung einer neuen Familie von Harriern der ersten Generation im Maßstab 1:32 begonnen. Die erste Ausgabe (mit Teilen für den Bau entweder einer RAF GR.1 oder GR.3) erscheint im Q3 2027.

Statt den Bausatz zu konstruieren und mit dem Formenbau zu beginnen, bevor wir ihn öffentlich ankündigen, wollten wir einmal etwas anders machen: euch auf die Entwicklungsreise mitnehmen und euch einen Blick hinter die Kulissen der Prozesse geben, die wir durchlaufen, um einen neuen Bausatz auf den Markt zu bringen. Dazu veröffentlichen wir monatliche Updates in Form einer YouTube-Videoserie, Blogbeiträgen wie diesem sowie gelegentlichen Neuigkeiten über Social Media und auf Modellbaumessen. Die Blogbeiträge und Videos werden vom Entwicklungsteam des Projekts selbst erstellt – ihr erfahrt also alles aus erster Hand!

In diesem Monat hat unser Designteam, Chris & Horatio, seine jeweiligen Konstruktionen weiter verfeinert, während wir auf grünes Licht für den Formenbau warten. Chris hat den Monat damit verbracht, jedes einzelne Element der Konstruktion durchzugehen und diverse Anpassungen vorzunehmen. Horatio hat die Außenlasten fertiggestellt – nach einigem Hin und Her, um sicherzustellen, dass Form und Details jedes Teils absolut stimmen. Neben der Konstruktionsarbeit wurde dieser Monat von Gesprächen rund um den Formenbau bestimmt, etwa über die Anordnung der Teile auf den Spritzlingen, die Kosten und darüber, wie sich die Werkzeuge für die verschiedenen geplanten Versionen optimieren lassen.

Fortschritt an der Zelle

Chris hat einige kleine Änderungen an der gesamten Zelle vorgenommen; darunter auch einige Korrekturen aufgrund von Feedback, das wir dank Project Harrier erhalten haben – vielen Dank dafür! Wir sind jetzt zuversichtlich, dass die Konstruktion der Zelle abgeschlossen ist (ich weiß, das haben wir letzten Monat auch schon gesagt, aber diesmal sind wir uns zu 99 % sicher!). Ich hoffe, ihr stimmt mir zu, dass sie sich jetzt wirklich sehen lassen kann!

Abbildung 2: Stand der Zelle am 26.10.2026, Ansicht der GR.3 von unten.

Ein roter Faden, der sich durch dieses Projekt und fast alle anderen zieht, ist die Notwendigkeit, Quellen zu überprüfen – seien es technische Zeichnungen, Fotos oder auch echte Exemplare, die in Museen zu finden sind. Man übernimmt sehr leicht Details, die entweder falsch sind oder nur für eine bestimmte Epoche gelten; deshalb versuchen wir, bei der Überprüfung 2 oder 3 Quellen heranzuziehen, um Fehler zu vermeiden (trotzdem kann einem mal etwas durch die Lappen gehen!). Ein solches Detail war die Klappe der Staudruckturbine (RAT) am hinteren Ende des Rumpfrückens des Harriers – etwas, das vom Boden aus nur schwer zu erkennen ist.

Abbildung 3: Heck des Harrier XV808 mit der RAT-Klappe zum hinteren Ende des Rumpfrückens hin.

Gegen Ende der Dienstzeit des Harriers wurde die RAT ausgebaut, und die darüberliegende Klappe musste sich nicht mehr öffnen lassen; sie wurde daher verschlossen. Chris hatte ursprünglich eine verschlossene Variante dargestellt, da viele Museumsexemplare diese Konfiguration aufweisen. Bei der Konstruktionsprüfung haben wir festgestellt, dass dies für die Mehrheit unserer Markierungsvarianten nicht korrekt wäre (es ist nicht immer eine Frage von richtig oder falsch; Details ändern sich im Laufe der Lebensdauer eines Flugzeugs). Chris hat die Klappe daher so überarbeitet, dass sie die korrekte Konfiguration zeigt.

Abbildung 4: Frühere Darstellung der RAT-Klappe (links) und die jetzt überarbeitete Klappe (rechts).

Neben der RAT hat Chris an den Varianten und der Detaillierung des Heckkonus gearbeitet. Schon vor dem Projekt hatten wir eine Ahnung, wie komplex der Harrier mit all seinen Varianten über seine Lebensdauer hinweg ist, aber spätestens der Heckkonus hat uns das so richtig vor Augen geführt – immerhin sind drei Versionen davon im Bausatz enthalten. Ein Bereich, den wir aufgrund der 3D-gedruckten Tests geändert haben, ist die Gitterstruktur: Ursprünglich hatte Chris eine Lage leicht versetzt zur anderen modelliert, um mehr Tiefe zu erzeugen, doch in der Praxis kam dieser Effekt nicht zustande, weshalb wir zur üblichen Methode zurückgekehrt sind.

Abbildung 5: Heckkonus der GR.3 mit der Kombination aus erhabenen, versenkten und Gitterdetails.

Außerdem haben wir einige Änderungen an den Schubdüsen vorgenommen. Diese waren bisher ohne Details, doch jetzt haben wir die markanten Rippen vorne und hinten (die Details unterscheiden sich) sowie die Verschlüsse ergänzt. Zudem haben wir versucht, die Kanten so weit wie möglich zu verdünnen – maßstabsgerechte Materialstärke ist für Modellbausatzhersteller ein ständiger Kampf.

Abbildung 6: Überarbeitete Schubdüse mit den verschiedenen ergänzten Details.

Fortschritt am Triebwerk

Da die Konstruktion des Triebwerks letzten Monat abgeschlossen wurde, gehen wir in diesem Update nicht weiter darauf ein, aber ich wollte euch etwas zeigen, auf das ich unterwegs gestoßen bin. Vor Kurzem habe ich das Wings Aviation Museum besucht, um das Intro und Outro für das Project-Harrier-Update aufzunehmen. Während ich ein sehr frühes Pegasus-Triebwerk (technisch gesehen ein BE53/2) bewunderte, das in der Nähe ihrer hervorragenden Kestrel-Restaurierung ausgestellt ist, wurde ich darauf hingewiesen, dass der Tank tatsächlich vom allerersten Pegasus-Triebwerk überhaupt stammt, der 901!

Abbildung 7: Frühes Pegasus-Triebwerk im Wings Aviation Museum mit einem Tank vom allerersten Pegasus!

Außenlasten

Letzten Monat war die Grundform aller Außenlasten so gut wie fertig; das hat uns geholfen, genaue Angebote für die Werkzeuge einzuholen. In den vergangenen Wochen haben wir uns darauf konzentriert, die Baugruppen zu detaillieren; das erforderte eine Menge Hin und Her zwischen Horatio, mir und Fachexperten, um sicherzustellen, dass sie dem Original so nahe wie möglich kommen.

Zur Erinnerung: Folgende Teile sollen in den Werkzeugen enthalten sein:

  • 1 x Harrier-Aufklärungsbehälter (auch bekannt als Vinten-Pod, wobei Vinten bestätigt hat, dass er tatsächlich von Hawker Siddeley konstruiert und entwickelt wurde)
  • 2 x Matra-155-Raketenbehälter (mit & ohne Sollbruch-Abdeckung an der Spitze)
  • 2 x AIM-9
  • 2 x 1000-lb-Mehrzweckbomben (wahlweise mit Mk.114- & Mk.117-Leitwerk)
  • 2 x BL755
  • 2 x 100-Gallonen-Zusatztanks (Metall- und Phenol-Asbest-Version)
Abbildung 8: Baugruppe mit den verschiedenen Pylonen und einigen der Außenlasten.

Der Aufklärungsbehälter hat sich als besonders schwierig erwiesen; das liegt daran, dass offenbar keine Exemplare mehr existieren und Fotos mit Details rar sind – vor allem, weil er immer am mittleren Pylon hängt. Wir haben Auszüge aus den APs und einige uns vorliegende Gesamtabmessungen zusammen mit 2 oder 3 Fotos genutzt, um eine bestmögliche Annahme zu treffen … und waren mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Nach weiteren Nachforschungen konnten uns jedoch unsere Freunde von Key Publishing mit einem fantastischen Bild weiterhelfen, das die Unterseite des Behälters zeigt. Wieder haben wir die Konstruktion angepasst und waren überzeugt, dass wir damit wahrscheinlich die bislang genaueste Darstellung dieses Behälters hatten.

Abbildung 9: Ein fantastisches Bild von Key Publishing, das eine GR.1 der IV Squadron mit dem Aufklärungsbehälter am Rumpfmittelpylon zeigt. © KeyModelWorld.com

Als wir jedoch das Video für das Update dieses Monats aufgenommen haben, besuchten wir das Wings Aviation Museum, wo uns Dave Cotton weitere Informationen geben konnte, die zu noch mehr Anpassungen führten. Jetzt sind wir also zufrieden damit, dass das, was ihr unten seht, die bislang genaueste Darstellung des Behälters ist.

Abbildung 10: Endgültige Konstruktion des Aufklärungsbehälters.

Abgesehen vom Aufklärungsbehälter haben Horatio und ich eng an den anderen Teilen gearbeitet – mit einigen Überarbeitungsrunden, von denen uns jede näher ans Ziel gebracht hat. Bei einigen Teilen, namentlich den Sidewinders und den 1000-lb-Bomben, laufen die Arbeiten noch, aber bis ihr das hier lest, werden sie fertig sein (Daumen drücken!).

Abbildung 11: Das Bild zeigt die jetzt fertigen Pylon-Konstruktionen sowie die BL755 und den Matra-155-Behälter.

Formenbau

Da die Konstruktionsarbeit nun ausläuft, waren wir damit beschäftigt, Angebote für die Werkzeuge von verschiedenen Lieferanten einzuholen und die Werkzeuge hinsichtlich Bauerlebnis und Kosten zu optimieren (zwei Dinge, die nicht unbedingt Hand in Hand gehen!). Wir haben noch nicht entschieden, mit welchem Formenbauer wir zusammenarbeiten werden, hoffen aber, dass das bis zum Dezember-Update geklärt ist und wir euch Bilder vom Stahl zeigen können!

Teil des Prozesses, bevor der Stahl bearbeitet wird, ist die Erstellung eines „Werkzeugplans“; dieser teilt dem Formenbauer mit, wie wir die Teile im Idealfall aufgeteilt haben möchten. Bei der Erstellung des Plans müssen wir eine Reihe von Faktoren berücksichtigen, etwa künftige Versionen, das Zusammenhalten von Baugruppen in grober Baureihenfolge und die effizienteste Art, mehrere Teile zu spritzen.

Abbildung 12: Auszug aus dem Werkzeugplan des Harriers.

Wie oben erwähnt, beschreibt diese Liste das, was im Idealfall passieren würde. Beim Zusammenstellen denken wir aber nicht an Drücke und andere Feinheiten der Formkonstruktion; hier verlassen wir uns auf die Expertise des Formenbauers. Deshalb gibt es oft einiges an Hin und Her, bis wir die beste Lösung gefunden haben, die Bauerlebnis und technische Anforderungen an die Formkonstruktion in Einklang bringt und gleichzeitig den Preis im Rahmen hält – ein echter Balanceakt!

Diesen Abstimmungsprozess mit unseren Lieferanten haben wir bereits begonnen, und bald können wir euch den endgültigen Plan präsentieren. Bis dahin gibt es hier schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf eine der Formen:

Abbildung 13: Form 1, die einige der größeren Teile wie Tragflächen und Rumpf enthält, aufgeteilt auf zwei Spritzlinge.

Gewinnspiel „Dein Name hier“

Im Rahmen unserer andauernden Partnerschaft mit der Modellbau-Wohltätigkeitsorganisation Models for Heroes haben wir gemeinsam ein Gewinnspiel ins Leben gerufen, um Spenden für ihre großartige Arbeit zu sammeln. Mehr über Models for Heroes erfahrt ihr hier: https://www.modelsforheroes.org.uk/

Der Preis? Eine glückliche Gewinnerin oder ein glücklicher Gewinner bekommt den eigenen Namen als Piloten- bzw. Besatzungsnamen auf den Decalbogen des Harriers und erhält ein Exemplar des Bausatzes, sobald er im Q3 2027 erscheint. Und der Name landet nicht nur auf einem einzigen Decalbogen: Er erscheint auf der gesamten Produktionsauflage!

Ihr müsst euch beeilen, denn das Gewinnspiel endet am Sonntag, dem 8. November, um 12:00 Uhr GMT; die Gewinnerin oder der Gewinner wird kurz danach bekannt gegeben.

Weitere Details und die Teilnahme findet ihr unter diesem Link: Bei Raffall an der Verlosung teilnehmen

Abbildung 14: Die Illustration zeigt, wo euer Name landen könnte!

YouTube

Wie bei jedem Update haben wir auch ein Video-Update aufgenommen und veröffentlicht, das größtenteils dieselben Inhalte behandelt, aber mit ein paar Unterschieden. Wenn ihr also gar nicht genug davon bekommen könnt, wie wir über den Harrier schwadronieren, dann schaut euch das YouTube-Video an:

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Weitere Informationen

Wie geht es weiter?

Im kommenden Monat werden die Arbeiten an Konstruktion und Formenbau des Harriers voraussichtlich langsamer vorangehen, während wir auf grünes Licht von der Chefetage warten (so etwas ist schließlich nicht billig!). Keine Sorge, auch im nächsten Update werden wir euch jede Menge zeigen können: Wir wenden uns dann der Auswahl der Decals für den Bausatz zu und der Arbeit, die hinter den Kulissen nötig ist, um diese festzulegen. Unser nächstes Update erscheint wieder zum gewohnten Termin (erster Freitag im Monat), also am 4. Dezember. Außerdem schon einmal vorab ein Hinweis zum Januar-Update: Dieses erscheint aufgrund der Betriebsruhe zwischen Weihnachten und Neujahr eine Woche später als üblich (am 8.).

Wenn ihr euer Wissen über den Harrier teilen oder auf typische Fallstricke hinweisen möchtet, schickt bitte eine E-Mail an info.de@carrera-revell.com mit dem Betreff „Project Harrier“. Ich werde mein Bestes geben, alle zu lesen und, wenn möglich, zu beantworten!

Vielen Dank an das Wings Aviation Museum, dass wir es Anfang dieses Monats besuchen durften, um das Video-Update aufzunehmen – diesmal vor einem Kestrel statt vor einem Harrier! Dave Cotton war uns während des gesamten Projekts eine enorme Hilfe, und wir möchten ihm für die Organisation dieses Besuchs sowie für all die hilfreichen Informationen danken, die er uns in den vergangenen Monaten geschickt hat.

Abbildung 15: Der Autor vor XZ694 im Wings Aviation Museum.

Wie schon in den vergangenen Monaten hat Nick Greenall das gesamte Team mit unschätzbarer Unterstützung begleitet, und wir schätzen uns glücklich, auf seine Expertise zurückgreifen zu können. Danke, Nick!

Bis zum nächsten Mal!
Luke