Fokker Triplane DR.1 in 1:28: ein Bausatz von 1957 und die Legende des Dreideckers

Von 30. September 2026Modellbau8 min Lesezeit

Es gibt Bausätze, die ein Flugzeug abbilden, und es gibt Bausätze, die selbst ein Stück Geschichte sind. Unsere Fokker Triplane DR.1 im Maßstab 1:28 gehört in die zweite Kategorie, denn sie entsteht aus Werkzeugen, die wir 1957 in Betrieb genommen haben. Damit haltet ihr nicht nur den berühmtesten Jäger des Ersten Weltkriegs in den Händen, sondern auch eines der ältesten Flugzeugmodelle, das sich noch in unserem Bestand befindet. Als Teil unserer neuen Vintage Bausatz  Serie kommt der Dreidecker jetzt in streng limitierter Auflage zurück auf den Basteltisch. Den Bausatz findet ihr direkt bei uns im Shop unter Fokker Triplane DR.1.

Ein Dreidecker als Antwort auf die Konkurrenz

Die Geschichte der Fokker Dr.I beginnt nicht in Schwerin, sondern über den Linien in Flandern. Als die britische Sopwith Triplane im Frühjahr 1917 an die Front kam, staunten die deutschen Jagdflieger über eine Maschine, die ihnen im Steigflug und in der Kurve überlegen war. Die Antwort kam vom Konstrukteur Reinhold Platz, der bei Fokker die Versuchswerkstatt leitete. Sein Entwurf war keine Kopie der Sopwith, sondern eine eigenständige Konstruktion mit Stahlrohrrumpf, Stoffbespannung und drei dick profilierten Tragflächen, die weitgehend ohne Verspannung auskamen. Aus dem Prototyp V.4 wurde die Vorserie F.I und daraus schließlich die Dr.I, wobei das Kürzel schlicht für Dreidecker steht.

Einen Massenerfolg hat das Muster nie gefeiert. Etwa 320 Maschinen entstanden, und gemessen an den Stückzahlen der Albatros Jäger blieb der Dreidecker eine Randerscheinung. Trotzdem prägt kein anderes Flugzeug das Bild vom Luftkrieg 1917 und 1918 so stark, und genau dieser Widerspruch macht den Bausatz für uns so reizvoll.

Drei Flächen, ein Umlaufmotor und viele Eigenheiten

Wer die Dr.I baut, sollte wissen, wie eigenwillig das Original war. Den Antrieb übernahm ein Umlaufmotor vom Typ Oberursel Ur.II mit 110 PS, ein in Lizenz gebauter Nachbau des französischen Le Rhône 9J. Bei diesen Motoren rotiert der gesamte Zylinderstern mit der Luftschraube, was ein enormes Kreiselmoment erzeugt. Rechtskurven flogen sich deshalb völlig anders als Linkskurven, und die Drehzahl ließ sich kaum feinfühlig regeln, weshalb die Piloten den Motor im Landeanflug mit einem Unterbrecherknopf kurzzeitig abschalteten. Das typische stotternde Geräusch alter Umlaufmotoren stammt genau daher.

In Zahlen war die Dr.I kein Überflieger. Rund 165 bis 185 Kilometer pro Stunde waren drin, denn drei Tragflächen erzeugen nicht nur Auftrieb, sondern auch reichlich Widerstand. Dafür stieg die Maschine spektakulär und drehte auf engstem Raum. Die Sicht nach vorn und unten war so schlecht, dass erfahrene Piloten permanent Kurven flogen, um überhaupt etwas zu sehen. Zwei synchronisierte Maschinengewehre vom Typ LMG 08/15 lagen direkt vor dem Cockpit, im Rücken der Piloten saß nichts als Sperrholz und Stoff.

Die Karriere begann außerdem mit einem Rückschlag. Im Herbst 1917 brachen bei mehreren Maschinen die oberen Tragflächen, unter anderem verunglückte der Ballonspezialist Heinrich Gontermann tödlich. Die Flotte wurde stillgelegt, Holme und Rippen wurden verstärkt und die Fertigung überarbeitet, bevor der Typ Ende 1917 zurück an die Front durfte. Auch das gehört zur Geschichte dieses Flugzeugs, und es erklärt, warum die eigentliche Einsatzzeit nur wenige Monate umfasste.

Werner Voss und der berühmteste Alleingang des Luftkriegs

Die vielleicht eindrucksvollste Episode gehört nicht Richthofen, sondern Werner Voss. Der zwanzigjährige Staffelführer der Jagdstaffel 10 flog die Vorserienmaschine 103/17 und erzielte damit innerhalb weniger Wochen eine ganze Serie von Luftsiegen. Am 23. September 1917 traf er über Flandern auf eine Kette der britischen 56 Squadron, geführt von James McCudden, und stellte sich allein sieben erfahrenen Gegnern in ihren S.E.5a. Der Kampf dauerte rund zehn Minuten, Voss traf beinahe jede gegnerische Maschine und flog Manöver, die seine Gegner für unmöglich hielten. Am Ende wurde er abgeschossen und starb. McCudden nannte ihn später den tapfersten deutschen Flieger, den er je habe kämpfen sehen, und dieses Urteil eines Gegners sagt mehr über den Ruf des Dreideckers aus als jede Statistik.

Manfred von Richthofen und die 425/17

Der Mann, der das Flugzeug unsterblich machte, hieß natürlich Manfred von Richthofen. Er flog die Vorserienmaschine 102/17 bereits Anfang September 1917 und erzielte damit sofort Erfolge, er empfahl die schnelle Umrüstung der Jagdstaffeln, und er holte seine letzten 17 Luftsiege auf dem Dreidecker. Am 21. April 1918 startete er in der vollständig rot lackierten Dr.I 425/17 zu seinem letzten Flug und wurde über der Somme von einer einzigen Kugel tödlich getroffen. Ob der kanadische Pilot Roy Brown oder australische Maschinengewehrschützen am Boden den entscheidenden Schuss abgaben, streiten Historiker bis heute, und ein endgültiger Beweis fehlt. Dass der Tod des erfolgreichsten Jagdfliegers mit 80 bestätigten Siegen ausgerechnet in diesem Flugzeug geschah, hat den Mythos endgültig zementiert. Wenn ihr also in Rot lackieren wollt, baut ihr das bekannteste Flugzeug einer ganzen Epoche nach, und den passenden Bausatz dazu gibt es hier: Fokker Triplane DR.1 im Shop.

Übrigens war die rote Farbe keine Marotte eines Einzelnen. In Richthofens Jagdgeschwader trugen viele Maschinen leuchtende Erkennungsfarben, und der Beiname Roter Baron setzte sich erst nach seinem Tod endgültig durch, vor allem auf alliierter Seite.

Snoopy, Kino und Konsole: der Dreidecker in der Popkultur

Kaum ein anderes Flugzeug hat einen derartigen zweiten Lebenslauf. Am bekanntesten dürfte ein Beagle sein, denn seit Oktober 1965 kämpft Snoopy in den Peanuts von Charles Schulz als Fliegerass des Ersten Weltkriegs von seiner Hundehütte aus gegen den Roten Baron in seinem Dreidecker. Die Royal Guardsmen machten daraus 1966 einen Charterfolg, in ihrem Weihnachtslied schließen Hund und Baron sogar Frieden. Für viele Menschen war diese Comicserie der erste und lange einzige Kontakt mit der Luftfahrt des Ersten Weltkriegs, und im Kinofilm Die Peanuts von 2015 jagt der rote Dreidecker sogar um den Eiffelturm.

Auch das ernsthafte Kino hat sich bedient. In Der blaue Max von 1966 taucht Richthofen als Nebenfigur auf, 1971 widmete Roger Corman dem Duell zwischen Richthofen und Brown einen ganzen Film, und 2008 erzählte Der Rote Baron die Geschichte noch einmal als deutsche Großproduktion. Dazu kommen Bücher, Comics und Spiele, von der Flugsimulation Red Baron aus dem Jahr 1990 bis zu Snoopy vs. the Red Baron auf der PlayStation. Wer das Modell später ins Regal stellt, stellt also nicht nur ein Flugzeug hin, sondern eine popkulturelle Ikone.

Unser Bausatz von 1957: Modellbau als Zeitdokument

Jetzt zum zweiten historischen Teil dieses Sets. Die Formen stammen aus dem Jahr 1957, und man sieht es dem Bausatz an. 60 Teile, Oberflächenstrukturen im Stil der frühen Jahre und ein Spritzling, der ohne CAD Konstruktion entstanden ist. In Modellbauforen wird bis heute diskutiert, dass die damals verwendeten Zeichnungen auf einer erbeuteten Maschine beruhten, weshalb einzelne Details wie die Querruder eher zu den frühen Serienflugzeugen passen. Für uns ist genau das der Reiz, denn dieser Bausatz konserviert nicht nur das Flugzeug von 1917, sondern auch den technischen Stand unserer eigenen Branche von 1957.

Praktisch heißt das für euch: rechnet mit etwas Gratbildung, prüft die Passung trocken, bevor Kleber ins Spiel kommt, und plant Zeit zum Verschleifen der Nähte ein. Die Einstufung in Level 4 ist ernst gemeint. Wer mag, baut die spartanische Kanzel mit Plastikprofilen und Draht aus, ersetzt die Spanndrähte durch Nylonfaden und gibt der Bespannung mit Ölfarben etwas Tiefe. Mit über 26 Zentimetern Spannweite bietet der große Maßstab dafür reichlich Fläche, und genau dieser Maßstab hebt das Modell von den üblichen Kits in 1:72 und 1:48 im Regal ab.

Im Lieferumfang findet ihr den nicht zusammengebauten Plastikmodellbausatz aus den historischen Formen von 1957, eine bebilderte und mehrsprachige Bauanleitung sowie einen Abziehbildersatz. Das fertige Modell wird eine Spannweite von 26 cm haben.

Da die Auflage streng limitiert ist, lohnt sich der schnelle Griff: Fokker Triplane DR.1 jetzt im Revell Shop.

Inspirationen zum Bau

Hier gibt es einen historischen Blick auf den Dreiedecker:

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und hier einige Aufnahmen bei einer Flugshow

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