MGB Roadster in 1:32: ein Bausatz von 1964 und ein ehrlicher Sportwagen aus Großbritannien

Von 30. September 2026Modellbau7 min Lesezeit

Dieser Bausatz hier ist eine Zeitkapsel auf Rädern. Unser MGB Roadster im Maßstab 1:32 entsteht aus den originalen Werkzeugen von 1964, er kommt im Verpackungsdesign der Erstauflage und er verlangt euch genau jene Handgriffe ab, die Modellbau vor sechzig Jahren ausgemacht haben. Als Teil unserer neuen Vintage Bausatz Serie erscheint er in streng limitierter Auflage, und ihr findet ihn direkt bei uns im Shop unter MGB Roadster.

1962: ein Roadster ohne Rahmen

Als in Abingdon nahe Oxford über den Nachfolger des MGA nachgedacht wurde, ahnte niemand, dass daraus der erfolgreichste britische Sportwagen überhaupt werden würde. Die Entwicklung lief unter dem Werkscode EX205, verantwortlich für die Form zeichnete Don Hayter, und im Herbst 1962 stand der MGB bei den Händlern. Das Entscheidende steckte unter dem Blech: Statt eines klassischen Leiterrahmens bekam der Wagen erstmals bei einem offenen MG eine selbsttragende Karosserie. Das machte ihn leichter, verwindungssteifer und innen geräumiger, obwohl er kürzer war als sein Vorgänger.

Dazu kamen Kurbelfenster statt Steckscheiben, ein brauchbarer Kofferraum und ein Verdeck, das man tatsächlich alleine bedienen konnte. Traditionalisten rümpften damals die Nase und sprachen von Bequemlichkeit, die einem echten Roadster nicht zustehe. Die Kundschaft sah das anders. Bis Dezember 1980 liefen die Bänder in Abingdon, und zusammen mit MGC und MGB GT kamen über 500.000 Fahrzeuge zusammen. Allein vom offenen Roadster entstanden rund 400.000 Stück, ein großer Teil davon für den Export in die USA.

Technik ohne Allüren

Unter der langen Haube arbeitete der bekannte B Series Motor von BMC, ein Reihenvierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum aus Grauguss und rund 95 PS. Modern war daran wenig, robust dafür alles. Der MGB beschleunigte in etwas über elf Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde, und wer die Zahlen heute liest, versteht schnell, dass es bei diesem Auto nie um Rekorde ging. Es ging um das Gefühl, tief zu sitzen, durch eine flache Scheibe zu schauen, am großen Lenkrad zu arbeiten und den kurzen Schalthebel metallisch einrasten zu hören.

Bemerkenswert ist ein Detail, das man einem Sportwagen der frühen Sechziger nicht zutraut. Die selbsttragende Struktur war von Anfang an mit definierten Verformungszonen ausgelegt, weshalb der MGB regelmäßig als einer der ersten Serienwagen mit einer echten Knautschzone genannt wird. Später kamen die Anforderungen aus Nordamerika dazu: ein dritter Scheibenwischer, ein gepolstertes Armaturenbrett, das die Belegschaft nach dem Werksort spöttisch Abingdon Pillow nannte, und ab Mitte der Siebziger jene wuchtigen Kunststoffstoßfänger, die der Fangemeinde den Spitznamen Gummiboot entlockten. Unser Bausatz zeigt euch den Wagen so, wie er zuerst gedacht war, mit Chrom und klarer Linie.

Von Sebring nach Le Mans

Der MGB war kein reiner Schönwetterwagen, er hat sich im Rennsport beweisen müssen. Schon wenige Monate nach der Premiere schickte das Werk drei speziell vorbereitete Wagen zum Zwölfstundenrennen von Sebring, erkennbar an den Kennzeichen 6 DBL, 7 DBL und 8 DBL. Der Einstand ging gründlich daneben, alle Autos fielen mit Lagerschäden aus. Das gleiche Fahrzeug 7 DBL bewies dann in Le Mans, was in der Konstruktion steckte. Paddy Hopkirk und Alan Hutcheson fuhren 1963 mit einer speziellen Bugverkleidung, verloren durch einen Ausflug in den Sandhaufen am Ende der Mulsanne Geraden über eine Stunde und wurden am Ende trotzdem Zwölfter im Gesamtklassement. 1964 folgte ein elfter Platz, 1965 der letzte Auftritt eines MGB bei den 24 Stunden. In Sebring blieb das Modell über Jahre präsent und gehört damit zu den am längsten eingesetzten Serienfahrzeugen dieses Rennens.

Wenn ihr also beim Bauen überlegt, welche Lackierung es werden soll, habt ihr mehr Auswahl als nur British Racing Green. Auch Iris Blue, Old English White und Tartan Red gehören zur Geschichte dieses Autos, denn in genau diesen Farben traten 1964 drei werksunterstützte MGB in Sebring an. Den Bausatz dazu gibt es hier: MGB Roadster im Shop.

Achtzehn Jahre und drei Serien

Der MGB blieb erstaunlich lange fast unverändert im Programm. Mark I, Mark II und Mark III markieren die Entwicklungsstufen, dazwischen liegen ein vollsynchronisiertes Getriebe, eine neue Hinterachse, eine Drehstromlichtmaschine und viele kleine Änderungen für den amerikanischen Markt. 1965 kam mit dem MGB GT das von Pininfarina mitgestaltete Kombicoupé dazu, 1967 der MGC mit Sechszylinder, in den Siebzigern der MGB GT V8. Am 22. Oktober 1980 verließ der letzte offene MGB das Werk in Abingdon, und damit endete nicht nur eine Baureihe, sondern eine ganze Epoche britischer Sportwagen. Erst von 1992 bis 1995 kehrte die Form als MG RV8 noch einmal zurück, technisch allerdings weitgehend neu.

Der MGB auf der Leinwand und in der Klassikerszene

Wer britische Filme der Sechziger und Siebziger anschaut, sieht den MGB fast zwangsläufig irgendwann durchs Bild fahren, denn er war der Sportwagen der Mittelschicht und damit das perfekte Requisit. Am bekanntesten ist der Roadster aus dem Thriller Sleuth von 1972, in dem Michael Caine als Milo Tindle vorfährt. Dieses Fahrzeug existiert bis heute, trägt in der Szene den Spitznamen Lulu und taucht regelmäßig bei Clubtreffen auf. Die Geschichte ist ein schönes Beispiel dafür, wie eng Film und Fahrzeugkultur beim MGB verwoben sind.

Auch ohne Kinoauftritt ist der MGB einer der sichtbarsten Klassiker Europas geblieben. Die Ersatzteilversorgung gilt als beispielhaft, komplette Karosserien wurden zeitweise neu gefertigt, und auf jeder Oldtimerausfahrt steht mindestens einer am Straßenrand. Genau diese Allgegenwart macht das Modell zu einem dankbaren Projekt, denn ihr findet für jede Frage nach Farbton, Felge oder Verdeckstellung binnen Minuten ein reales Vorbild.

Unser Bausatz von 1964: Modellbau der wilden Sechziger

In unserem Programm lief dieses Modell damals unter dem Namen Superlative MGB, und die Formen von 1964 sind genau das, was ihr jetzt in der Hand haltet. 64 Teile, eine Machart ohne CAD Konstruktion und ohne moderne Schiebeformen, dazu die Verpackung mit dem originalen Artwork der Erstveröffentlichung. Die Einstufung in Level 5 wirkt für ein Modell mit 12,4 Zentimetern Länge zunächst überraschend, ergibt aber Sinn, sobald der erste Spritzling auf dem Tisch liegt. Historische Werkzeuge produzieren mehr Grat, die Passungen sind großzügiger toleriert, und Karosserienähte brauchen Aufmerksamkeit.

Unser Rat aus der Praxis: trocken zusammenstecken, bevor Kleber ins Spiel kommt, Trennnähte sorgfältig verschleifen und beim Chrom lieber vorsichtig entgraten als kräftig schleifen. Wer mehr will, ersetzt die Zierleisten durch Metallfolie, spannt dünnen Draht als Speichenandeutung und poliert die Karosserie vor dem Klarlack. Der kleine Maßstab belohnt saubere Kanten stärker als jedes zusätzliche Detail, und genau darin liegt der Reiz eines Bausatzes aus der Frühzeit unseres Hauses.

Im Lieferumfang findet ihr den nicht zusammengebauten Plastikmodellbausatz aus den historischen Formen, eine bebilderte und mehrsprachige Bauanleitung sowie einen Abziehbildersatz.

Sichert euch ein Stück Historie, bevor die limitierte Auflage vergriffen ist: MGB Roadster jetzt im Revell Shop.

Inspirationen zum Bau

Der großartige britische YouTuber Freddie Dobbs zeigt Euch heir einen MGB in seinem natürlichen Habitat 🙂

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