
Ein Feuerwehrboot, das die größte Schiffskatastrophe im New Yorker Hafen und den 11. September überstand. Das 1938 vom Stapel lief und erst 2010 außer Dienst gestellt wurde. Das als einziges Feuerwehrschiff der Welt den Gallant Ship Award erhielt. Und das heute ein National Historic Landmark ist. Die Fire Fighter der New Yorker Feuerwehr war kein gewöhnliches Schiff und unser Modellbausatz „The Firefighter“ ist kein gewöhnlicher Bausatz.
Wenn ihr euch fragt, warum ein Feuerwehrboot diesen Status verdient hat, dann lest weiter. Die Geschichte dieses Schiffes ist ein Stück new yorker Stadtgeschichte aber auch Feuerwehrhistorie, gespiegelt im Hafenwasser des Hudson River.
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Ein Schiff wird geboren: New York, 1938
Es war Bürgermeister Fiorello LaGuardia persönlich, der 1937 den Bau eines neuen Feuerwehrbootes für New York City in Auftrag gab. Die Konstruktionspläne stammten von William Francis Gibbs und seinem renommierten Büro Gibbs & Cox, dem selben Architekten, der später auch die legendäre SS United States entwerfen sollte. Der Kiel wurde bei den United Shipyards als Rumpf Nummer 856 gelegt, und am 28. August 1938 lief das Schiff als Fire Fighter vom Stapel, getauft von Miss Eleanor Grace Flanagan.
Am 16. November 1938 um 9:00 Uhr trat die Fire Fighter ihren Dienst bei der New Yorker Feuerwehr an, stationiert bei Engine 57 am Pier 1 in Battery, das später als Marine Unit 1 reorganisiert wurde. Was damals niemand ahnte: Dieses Schiff würde seinen Dienst in New York erst 72 Jahre später wieder quittieren.
Die technischen Daten des Neubaus waren für die damalige Zeit sensationell. Mit einer Pumpleistung von 20.000 Gallonen (oder auch 75000 Liter) pro Minute war die Fire Fighter das leistungsstärkste Dieselelektrische Feuerwehrboot der Welt. Zwei 16-Zylinder General Motors Winton-Dieselmotoren mit je 1.500 PS trieben je einen 1.000-PS-Westinghouse-Elektromotor an, der das 134 Fuß lange Schiff auf bis zu 14 Knoten beschleunigte. Diese Antriebstechnologie war so fortschrittlich, dass der Antrieb der Fire Fighter zu einem der ersten Dieselelektrischen Schiffsantriebe überhaupt gehörte. Das Design erwies sich als so gelungen, dass das Schiff seinen gesamten aktiven Dienst ohne grundlegende technische Veränderungen durchfuhr und dabei die meisten jüngeren Boote der Flotte überlebte.
Feuer über dem Hudson: Die SS Normandie, 1942
Kaum mehr als drei Jahre nach ihrer Indienststellung erlebte die Fire Fighter ihren ersten großen Bewährungstest und einen der dramatischsten Momente der maritimen Geschichte New Yorks. Am 9. Februar 1942 brach an Bord der SS Normandie am Pier 88 am Hudson Feuer aus. Die Normandie war damals das größte Passagierschiff der Welt, das nach dem Kriegseintritt der USA von der US-Marine beschlagnahmt und zum Truppentransporter umgebaut worden war.
Tausende Schaulustige versammelten sich an den Ufern, als sich einer der spektakulärsten Brände der Stadtgeschichte entfaltete. Die Fire Fighter rückte gemeinsam mit dem Feuerlöschboot John J. Harvey an und kämpfte fünfeinhalb Stunden lang gegen die Flammen. Der Brand wurde schließlich unter Kontrolle gebracht, doch dann geschah etwas, das niemand vorausgesehen hatte: Das Wasser, das die Löschboote in das brennende Schiff gepumpt hatten, ließ die Normandie eine gefährliche Schlagseite entwickeln. Fünf Stunden nach dem Ende des Brandes rollte das Schiff auf die Seite und sank auf den Grund des Hudson. Das einstige Flaggschiff der französischen Atlantikfahrt lag nun als riesige rostige Hülle im Schlamm des Flusses und sollte erst nach Jahren geborgen werden.
Für die Besatzung der Fire Fighter war der Brand der Normandie ein prägendes Erlebnis, das zeigte, wie fein der Grat zwischen Sieg und Niederlage im Kampf gegen Schiffsbrände war.
Munition auf dem Spiel: Die SS El Estero, 1943
Ein Jahr nach der Normandie stand New York City am Rande einer Katastrophe, die alle anderen in den Schatten gestellt hätte. Die SS El Estero, ein Munitionsschiff beladen mit Granaten und Sprengstoff für die Front in Europa, geriet 1943 im New Yorker Hafen in Brand. Hätte das Schiff in die Luft gejagt, wäre die Detonation vergleichbar mit einer kleinen Atombombe gewesen, und weite Teile Manhattans und Brooklyns wären zerstört worden.
Die Fire Fighter war zur Stelle. Ihre Besatzung kämpfte stundenlang um das Schiff und verhinderte das Schlimmste. New York erfuhr erst Jahrzehnte später durch die Freigabe von Dokumenten das volle Ausmaß der damaligen Bedrohung. Dieser Einsatz machte die Fire Fighter zu einem stillen Helden des Zweiten Weltkriegs.
Engine 223: Das Kapitel in Brooklyn
1956 wurde die Fire Fighter umstationiert und erhielt die Bezeichnung Engine 223, unter der sie von 1956 bis 1967 am 37th Street Pier in Brooklyn ihren Dienst tat. Wer das Museumsschiff heute besucht, findet noch immer diese Bezeichnung an Bord ein lebendiges Stück Stadtgeschichte.
Ausgerechnet am ersten Tag ihres Dienstes als Engine 223 erlebte die Fire Fighter einen Moment, der ihr fast das Ende bereitet hätte.
Der Lukenbach-Pier, 3. Dezember 1956: Das Wunder von Brooklyn
Am 3. Dezember 1956 rückte die Fire Fighter zu einem Brand am Pier der Lukenbach Steamship Co. am 35th Street Pier aus. Das Boot legte neben dem brennenden Piehaus an, und ihre Monitore hatten gerade begonnen, Wasser durch eine geöffnete Frachtluke zu pumpen, als ein Bataillonschef den Befehl gab, das Boot um 60 Meter nach vorne zu verholen.
Kaum war die Bugleine festgemacht, als eine gewaltige Explosion genau dort stattfand, wo die Fire Fighter Sekunden zuvor gelegen hatte. Die Druckwelle warf die Besatzung zu Boden, blies alle Fenster des Steuerhauses heraus, legte den Backbordmotor lahm und verwandelte drei Blocks in der Umgebung zu einem Trümmerfeld ohne intakte Fensterscheibe. Zehn Umstehende wurden getötet, mehr als 250 Menschen verletzt.
Die Fire Fighter selbst blieb schwer beschädigt, aber schwimmfähig. Und trotz der Zerstörungen blieb die Besatzung vor Ort und kämpfte weiter, bis das Feuer unter Kontrolle war, bevor das Schiff zur Reparatur in die Werft gebracht wurde, die bis weit ins Jahr 1957 andauerte. Diese Szene wurde später zum Symbol für die fast übermenschliche Standfestigkeit der Fire Fighter-Besatzungen.
„Wir löschen keine Feuer – wir reißen sie nieder!“
In den 1960er und 1970er Jahren wurden die Piers und Terminals im New Yorker Hafen zu einem ernsthaften Problem. Alternde Holzpiers wurden Opfer von Vandalismus, Brandstiftung und dem Zahn der Zeit, und regelmäßig standen ganze Piergebäude in Flammen. Die Fire Fighter und ihre Besatzungen entwickelten dabei eine Technik, die ihresgleichen suchte: Sie richteten den 5-Zoll-Bugmonitor auf maximalen Druck aus und brachten brennende Strukturen buchstäblich physisch zum Einsturz ins Wasser.
Aus dieser Praxis entstand das inoffizielle Motto der Besatzung, das die Haltung des Schiffes besser beschreibt als jeder offizielle Titel: „We don’t fight fires – we knock them down!“ Dieses Motto wurde zum Teil der Identität der Fire Fighter und spiegelt die unerschütterliche Direktheit wider, mit der Generationen von FDNY-Feuerwehrleuten ihren Dienst an Bord versahen.
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1973: Der Esso Brussels, die Sea Witch und der Gallant Ship Award
Den wohl größten Einzeleinsatz ihrer Karriere absolvierte die Fire Fighter im Juni 1973, als unter der Verrazano-Narrows Bridge der Tanker SS Esso Brussels mit dem Containerschiff SS Sea Witch kollidierte. Beide Schiffe gerieten in Brand, und die Explosion war noch Meilen entfernt zu spüren.
Die Fire Fighter kämpfte praktisch im Alleingang gegen den Großbrand und rettete dabei 28 überlebende Besatzungsmitglieder von der brennenden Sea Witch. Für diesen Einsatz erhielt sie 1974 den Gallant Ship Award, die höchste zivile Tapferkeitsauszeichnung für Schiffe in den Vereinigten Staaten. Bis heute ist die Fire Fighter das einzige Feuerwehrboot, das jemals diese Auszeichnung erhalten hat, seit sie 1944 ins Leben gerufen wurde.
9/11: Drei Wochen im Dauereinsatz
Am Morgen des 11. September 2001 änderte sich New York und die Welt. Als die Türme des World Trade Center in Flammen standen und schließlich einstürzten, wurden die Wasserhauptleitungen der Stadt unter den Trümmern begraben, und die Hydranten in der Umgebung waren zerstört. Das Löschwasser für die Feuerwehrleute an Ground Zero musste anderswoher kommen.
Die Fire Fighter und die anderen Boote der FDNY Marine Units wurden zur einzigen verlässlichen Wasserquelle für die Brandbekämpfung an Ground Zero. Die Fire Fighter pumpte drei volle Wochen lang mit maximaler Kapazität Wasser aus dem New Yorker Hafen in die Leitungen der Feuerwehr. Drei Wochen ununterbrochener Einsatz das war gleichzeitig ihr längster Einzeleinsatz in 72 Jahren aktiven Dienstes.
1989 war das Schiff bereits als National Historic Landmark ausgezeichnet worden. Nach dem 11. September hatte dieser Status eine ganz neue Bedeutung.
Der Abschied: 2010 und 2012
Am 17. Juli 2010 wurde die Fire Fighter nach 72 Jahren im aktiven Dienst außer Dienst gestellt und durch das neue Löschboot Fire Fighter II bei Marine Unit 9 ersetzt. Sie war zu diesem Zeitpunkt das zweitälteste noch im aktiven Dienst befindliche Feuerwehrboot der Welt und das dienstälteste Schiff der gesamten FDNY Marine Unit Flotte.
2012 wurde sie offiziell zum Museumsschiff. Dank Zuwendungen verschiedener Stiftungen und Spenden von mehr als einer Million Dollar wurde sie vollständig überholt und in ihren Originalzustand versetzt. Seit 2021 lag sie im Mystic Seaport Museum in Connecticut, wo sie von tausenden Besuchern besichtigt werden konnte. Mit dem Ende dieser Vereinbarung im Jahr 2026 sucht der gemeinnützige Trägerverein derzeit einen neuen dauerhaften Heimathafen für das Schiff.
Das Boot, das Generationen von FDNY-Feuerwehrleuten als Traumstation galt und das unter seinen Besatzungen schlicht „The Fighter“ hieß, wartet auf sein nächstes Kapitel. Als nationales Denkmal ist die Fire Fighterunverkäuflich. Aber ihr habt die Möglichkeit, sie zu bauen.
Der Bausatz: 485 Teile, ein Stück Marinegeschichte
Unser Bausatz „The Firefighter“ im Maßstab 1:87 bringt dieses außergewöhnliche Schiff auf euren Basteltisch. Mit 485 Einzelteilen ist er als Level 4 eingestuft und richtet sich an Modellbauer mit Erfahrung, die ein anspruchsvolles Projekt suchen.
Wir haben damals, als der Bausatz erschien, besonderen Wert auf die detailgetreue Wiedergabe der charakteristischen Merkmale gelegt, die die Fire Fighter so unverwechselbar machen: der große Löschmast mit seiner Sprühdüse, die leistungsstarke Buglöschdüse, die sieben Decks mit ihren detailliert ausgeformten Löschkanonen, das ausgearbeitete Steuerhaus und die Radarantennen. Figuren liegen dem Bausatz ebenfalls bei und bringen die Besatzung ans Leben.

Die bebilderte, mehrsprachige Bauanleitung führt euch Schritt für Schritt durch den Zusammenbau, und der enthaltene Abziehbildersatz sorgt für die authentische Beschriftung. Alles, was ihr braucht, um loszulegen, liegt in der Box.
Die Altersempfehlung liegt bei 12 Jahren, wobei wir für ein so komplexes Modell auf Erfahrung im Umgang mit Plastikkleber und einer ruhigen Hand empfehlen. Der Bausatz erscheint voraussichtlich im Juni 2026 und ist bereits jetzt zum Preis von 39,99 Euro vorbestellbar.
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Bausatz auf einen Blick
Maßstab: 1:87
Einzelteile: 485
Schwierigkeitsgrad: Level 4
Altersempfehlung: ab 12 Jahren





