Project Harrier – Steigt ein in unsere Senkrechtstarter-Story!

Von 19. Mai 2026Allgemein8 min Lesezeit
Figure 6 : Harrier GR.3 at Gatwick Aviation Museum.

Hallo und willkommen zu unserem ersten Blogbeitrag, in dem wir den Fortschritt von „Project Harrier“ begleiten! Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir mit der Entwicklung eines neuen, hochmodernen Modellbausatzes der Hawker Siddeley Harrier im Maßstab 1:32 begonnen, der im Herbst 2027 erscheinen soll.

Anstatt den Bausatz zu konstruieren und mit dem Formenbau zu beginnen, bevor wir ihn öffentlich ankündigen, wollten wir etwas anders vorgehen: Wir nehmen euch mit auf die Entwicklungsreise und gewähren euch einen Blick hinter die Kulissen auf die Prozesse, die wir durchlaufen, um einen neuen Bausatz herauszubringen. Zu diesem Zweck werden wir monatliche Updates in Form einer YouTube-Videoreihe, Blogbeiträgen wie diesem sowie gelegentlichen Aktualisierungen über Social Media und auf Modellbaumessen liefern.

Die Blogbeiträge und Videos selbst werden vom Entwicklungsteam erstellt, das am Projekt arbeitet, ihr bekommt die Informationen also direkt aus erster Hand!

Bisheriger Fortschritt

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dieses Projekt so früh wie möglich anzukündigen, damit ihr einen Logenplatz für das gesamte Projekt erhaltet. Um aber sicherzustellen, dass wir euch zum Auftakt auch wirklich etwas zeigen können, hat das Team Ende März mit der Konstruktionsarbeit begonnen. Dazu gehört eine Menge Vorbereitungsarbeit, etwa das Ausrichten der Scans und das Anlegen der Querschnittsebenen, die der Konstrukteur zur Erstellung des „Skelettmodells“ verwendet. Stellt euch diesen Schritt als das Fundament eines Modellbausatzes vor; jegliche Fehler an dieser Stelle bereiten dem Konstrukteur später Kopfzerbrechen, daher ist es wichtig, dies von Anfang an richtig zu machen!

Abbildung 1: Erstes Skelettmodell

Abbildung 1: Erstes Skelettmodell

Auch wenn es nicht besonders beeindruckend aussieht, ist das Skelettmodell eine entscheidende Phase im Konstruktionsprozess. Der Konstrukteur nutzt es, um die wesentliche Geometrie des Flugzeugs mithilfe von Skizzen und Flächenmodellierung auszuarbeiten, bevor die Flächen schließlich in Volumenkörper überführt, mit Details versehen und in einzelne Teile zerlegt werden.

Zusätzlich zur Harrier planen wir, ein separates Triebwerk und einen Präsentationswagen als Beigabe zum Bausatz zu fertigen. Das stellte uns vor eine knifflige Entscheidung: Konstruieren wir das Triebwerk so, dass es auch in den Jet hineinpasst? Vielleicht denkt ihr jetzt: „Natürlich! Warum solltet ihr es nicht tun?!“, doch das würde bedeuten, dass das Triebwerk maßstäblich zu klein ausfallen müsste, um (aufgrund der Wandstärken) in den Rumpf zu passen, und bei externer Präsentation Gefahr liefe, unproportional zu wirken.

Wir haben uns daher entschieden, das Triebwerk ausschließlich für die externe Präsentation auszulegen, wobei die sichtbaren Teile des Triebwerks, beispielsweise die Fanschaufeln in den Lufteinlässen, als separate Teile für den Einsatz im Zellenmodell konstruiert werden.

Abbildung 2: Harrier-Scan im Querschnitt mit eingefügtem Pegasus-Scan.

Abbildung 2: Harrier-Scan im Querschnitt mit eingefügtem Pegasus-Scan.

 

Abbildung 3: Scan und erste Konstruktionsarbeit überlagert.

Abbildung 3: Scan und erste Konstruktionsarbeit überlagert.

Bisherige Recherche

Bevor das Team überhaupt die CAD-Software hoch fuhr, um mit der Konstruktion zu beginnen, mussten wir zunächst ein detailliertes Recherchepaket zusammenstellen und einen klaren Umfang für das Projekt festlegen, etwa welche Versionen konstruiert werden sollen, das Detailniveau, optionale Teile und so weiter. Um diese Recherche zusammenzutragen, durchläuft der Produktmanager eine intensive Lernphase, in der er sich in das Thema einarbeiten muss, um die beste Vorgehensweise festlegen zu können. In diesem Fall war uns klar, dass Konstruktionszeichnungen wahrscheinlich kein gangbarer Weg sein würden, weshalb 3D-Scans, Fotografie und gute alte Messlatten der Weg zur Gewinnung der Formdaten sein würden.

Die erste Station auf unserer Rechercheereise war RAF Wittering, genauer gesagt deren Heritage Centre. Wir entschieden, dass dies der ideale Ort wäre, um die größtmögliche Menge an Informationen zu erhalten, ohne kreuz und quer durch das Vereinigte Königreich reisen zu müssen! Einige von euch haben vielleicht das Gerücht aufgeschnappt, dass wir Wittering besucht hätten; offenbar ist niemand vor der Gerüchteküche von Britmodeller sicher, nicht einmal auf einem RAF-Stützpunkt! Ich kann also tatsächlich bestätigen, dass wir das waren, und zwar bereits Anfang 2025.

Abbildung 4: Im Heritage Centre der RAF Wittering

Abbildung 4: Im Heritage Centre der RAF Wittering

Wittering bot den perfekten Ort, um die GR.3 sowie die Trainerversionen und eine P.1127 (RAF) samt einer ganzen Reihe an Außenlasten zu erfassen. Bevor uns nun jemand schreibt, um uns darauf hinzuweisen: Uns ist bewusst, dass die P.1127 (RAF) nicht repräsentativ für eine GR.1 ist, auch wenn sie sich ähnlich sehen. Eines lernt man bei der Recherche früh: Trau niemals einem Prototyp. Aus diesem Grund werdet ihr bemerken, dass die ersten CAD-Arbeiten mit der GR.3 als Grundlage abgeschlossen wurden. Der 3D-Scan der P.1127 (RAF) wird verwendet, um sicherzustellen, dass wir Bug und Heck der GR.1 korrekt umsetzen.

Abbildung 5: 3D-Scan der P.1127 (RAF)

Abbildung 5: 3D-Scan der P.1127 (RAF)

Nach unserem Besuch in Wittering wurde das Projekt eine Zeit lang pausiert, während wir das Sortiment 2025 fertigstellten und darauf warteten, dass das Konstruktionsteam wieder verfügbar wurde. Sobald das Team bereit war zu beginnen, wurde es zur Harrier und unserem vorhandenen Recherchematerial gebrieft und für einige Wochen sich selbst überlassen.

Schon bald machten wir uns wieder auf den Weg, um eine weitere Flugzeugzelle zu besichtigen und den Konstrukteuren ein Gefühl für den Jet und die Komplexität seiner Form zu vermitteln. Diesmal besuchten wir unsere alten Freunde im Gatwick Aviation Museum, die uns freundlicherweise ihre Harrier inspizieren ließen, sodass wir verschiedene Maße und Fotos zur Unterstützung des Konstruktionsprozesses sammeln konnten. Auch wenn solche Reisen Zeit aus dem Terminplan eines Konstrukteurs herausnehmen, tragen sie häufig dazu bei, den Prozess zu beschleunigen, und führen zu einem deutlich genaueren Modell.

Abbildung 6: Harrier GR.3 im Gatwick Aviation Museum.

Abbildung 6: Harrier GR.3 im Gatwick Aviation Museum.

Einige Wochen später waren wir erneut in Gatwick, um weitere Scans und Fotos anzufertigen, diesmal mit Fokus auf Triebwerk und Cockpit. Für das Pegasus-Triebwerk setzten wir einen spezialisierten 3D-Scanner ein, der feinste Details bis auf 0,1 mm genau erfassen kann, damit wirklich alles stimmt. Wir nutzten ihn außerdem, um den vorderen Fahrwerksschacht und den Schleudersitz teilweise zu scannen.

Abbildung 7: Teilscan des Pegasus-Triebwerks, der den erfassten Detailgrad zeigt.

Abbildung 7: Teilscan des Pegasus-Triebwerks, der den erfassten Detailgrad zeigt.

Gatwick erwies sich als der beste Ort für unsere weitere Recherche, da der Sitz außerhalb des Jets ausgestellt war, was es uns ermöglichte, Aufnahmen vom Cockpitboden zu machen, der sonst verdeckt wäre und vom Konstrukteur etwas Raterei verlangt hätte. Das bedeutete, dass wir Tausende von Bildern des Cockpits aus allen Blickwinkeln aufnehmen und mithilfe von Photogrammetrie eine 3D-Datei erstellen konnten.

Abbildung 8: Cockpit-Foto und Photogrammetrie-Datei der Harrier GR.3.

Abbildung 8: Cockpit-Foto und Photogrammetrie-Datei der Harrier GR.3.

Auch wenn die Datei recht grob aussehen mag, ermöglicht uns diese Technik, die Proportionen des Cockpits schnell und einfach mit größerer Genauigkeit zu erfassen, als es mit reinen Fotos möglich wäre! Die Qualität reicht jedoch bei Weitem nicht an die eines dedizierten 3D-Scanners heran, wie ihr im untenstehenden Vergleich des vorderen Fahrwerksschachts sehen könnt:

Abbildung 9: Vergleich der Scans des vorderen Fahrwerksschachts. 3D-Scanner (links) und Photogrammetrie (rechts).

Abbildung 9: Vergleich der Scans des vorderen Fahrwerksschachts. 3D-Scanner (links) und Photogrammetrie (rechts).

 

Abbildung 10: Foto des vorderen Fahrwerksschachts, aufgenommen mit einer 360°-Kamera.

Abbildung 10: Foto des vorderen Fahrwerksschachts, aufgenommen mit einer 360°-Kamera.

Wie geht es weiter?

Im Laufe des kommenden Monats wird das Konstruktionsteam seine Arbeit fortsetzen und die Skelettmodelle weiterentwickeln, und Anfang Juni werden wir ein weiteres Update veröffentlichen. Wir hoffen aufrichtig, dass euch die Nachricht von einer neuen Harrier-Familie im großen Maßstab vor Freude jubeln lässt. Falls ihr Anregungen zum Produkt habt oder Ideen, wie wir euch über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg einbinden können, dann meldet euch gerne bei uns!

Abschließend möchten wir uns beim RAF Wittering Heritage Centre und beim Gatwick Aviation Museum für ihren unschätzbaren Beitrag zu diesem Projekt bedanken.

Wenn ihr euer Wissen über die Harrier teilen oder uns auf typische Fallstricke hinweisen möchtet, sendet bitte eine E-Mail an info.de@carrera-revell.com mit dem Betreff „Project Harrier“. Ich werde mein Bestes geben, sie alle zu lesen und nach Möglichkeit zu beantworten!

Mit freundlichen Grüßen,
Luke

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen