
Es gibt Autos, die ihre Epoche einfach besser erzählen als jede Geschichtsstunde. Der Chevrolet Monte Carlo SS des Modelljahres 1987 gehört genau in diese Kategorie. Er ist ein Coupé aus einer Zeit, in der amerikanische Hersteller ihre Muskeln wiederentdeckten, ohne den Komfortanspruch aufzugeben, und er ist zugleich das Straßenauto zu einer der spannendsten NASCAR Saisons überhaupt. Mit unserem neuen Bausatz im Maßstab 1:24 holt ihr euch dieses Stück Achtzigerjahre auf die Werkbank.
Den Bausatz findet ihr direkt bei uns im Shop:
Vom Personal Luxury Coupé zum Straßenkämpfer
Der Monte Carlo kam 1970 als erstes Personal Luxury Coupé von Chevrolet auf den Markt und trug den Namen der Stadt in Monaco. Über sechs Generationen und bis ins Modelljahr 2007 hinein blieb er im Programm, unterbrochen von einer Pause zwischen 1989 und 1994. Für die vierte Generation, die uns hier interessiert, verkleinerte General Motors die Mittelklasse Coupés im Zuge der Ölkrisenjahre deutlich. Der Hinterradantrieb blieb, die Leistung sank spürbar. Aus der ursprünglichen A Plattform mit Heckantrieb wurde 1982 die sogenannte G Plattform, weil GM den Buchstaben A für die neuen Fronttriebler brauchte. Diese G Bodys sind bis heute Kult, egal ob als Monte Carlo, als Buick Grand National oder als Oldsmobile Cutlass.
1983 kehrte das Kürzel SS zurück, und damit die Idee, dass ein Chevrolet Coupé auch wieder nach Leistung aussehen darf. Die auffällige Keilnase mit dem tief heruntergezogenen Frontspoiler war exklusiv für den Super Sport, dazu kamen Heckspoiler, Sportfahrwerk und ein eigenes Dekor. Genau diese Mischung aus Vorstadtkreuzer und Rennstreckenoptik macht bis heute den Reiz dieses Autos aus. Über die gesamte Laufzeit von 1983 bis 1988 entstanden rund 154.800 Monte Carlo SS, allein im Modelljahr 1987 waren es 39.251 Fahrzeuge.
Was den 1987er so besonders macht
Für das Modelljahr 1987 bekam der Monte Carlo SS eine ganze Reihe kleiner, aber sichtbarer Änderungen, und exakt dieser Stand ist im Bausatz abgebildet. Das Heck wurde runder und geschlossener gezeichnet, mit neuen Rückleuchten und einer neu geformten Stoßfängerverkleidung. Auf der Tür prangte ein überarbeitetes Logo, bei dem ein großes SS über dem Schriftzug Monte Carlo steht, und die seitlichen Zierstreifen wechselten auf eine dreifarbige Ausführung. Im Innenraum verabschiedete sich endlich der berüchtigte Tacho, der bei 85 Meilen pro Stunde endete. Ab 1987 durfte das Instrument bis 120 Meilen zeigen, was nach heutigen Maßstäben banal klingt, damals aber ein kleines Signal war. Gebaut wurden die Super Sport Modelle in Arlington in Texas, ab 1987 zusätzlich in Pontiac in Michigan.
Unter der Haube arbeitete der 5,0 Liter Small Block mit 305 Kubikzoll in der High Output Variante, intern L69 genannt. Ein Rochester Quadrajet Vierfachvergaser, die HEI Zündung und eine schärfere Nockenwelle brachten die Leistung auf rund 180 PS. Dazu kam ab 1984 die Viergangautomatik 200 4R mit Overdrive, meist kombiniert mit einer Hinterachse mit 3,73 Übersetzung und Sperrdifferential. Das serienmäßige F41 Sportfahrwerk mit strafferen Federn und dickeren Stabilisatoren rundete das Paket ab. In der Praxis bedeutete das gut acht bis neun Sekunden auf Landstraßentempo und Viertelmeilenzeiten um die 16 Sekunden. Nach heutigen Maßstäben ist das gemütlich, im Kontext der Achtziger war es ein ernstzunehmendes Angebot, zumal der Wagen mit etwa 1.600 Kilogramm alles andere als ein Leichtgewicht war.
Die NASCAR Geschichte: Aerocoupe, Earnhardt und der Pass in the Grass
Ohne den Rennsport hätte es diesen Monte Carlo in dieser Form nie gegeben. Mitte der Achtziger tobte in der NASCAR Winston Cup Serie ein regelrechtes Aerodynamikwettrüsten, und Fords Thunderbird hatte auf den langen Ovalen schlicht die bessere Form. Chevrolet antwortete mit dem Aerocoupe, einer Homologationsvariante mit stark geneigter Heckscheibe, veränderten C Säulen, kürzerem Kofferraumdeckel und flacherem Spoiler. 1986 entstanden genau die 200 Exemplare, die NASCAR als Mindestmenge forderte, alle in Weiß mit weinrotem Interieur. Gebaut wurden sie als normale Monte Carlo SS in Arlington und anschließend beim Umrüster Cars and Concepts im Michiganer Brighton umgebaut. 1987 folgten 6.052 weitere Aerocoupes, obwohl Chevrolet ursprünglich von bis zu 20.000 Stück ausgegangen war. Am 11. Dezember 1987 lief der letzte vom Band.
Auf der Strecke zahlte sich der Aufwand sofort aus. Dale Earnhardt gewann 1986 im Wrangler Monte Carlo von Richard Childress Racing fünf Rennen und seinen zweiten Titel, den ersten für das Team. 1987 legte er nach: elf Saisonsiege, fünf Erfolge in den ersten sieben Rennen, ein Rekord von vier Siegen in Folge und am Ende 489 Punkte Vorsprung auf Bill Elliott.
Die berühmteste Szene dieser Saison ereignete sich am 17. Mai 1987 beim Allstar Rennen The Winston auf dem Charlotte Motor Speedway. Elliott stand auf der Pole und führte 121 der 135 Runden, doch die entscheidenden Runden gehörten Earnhardt. Acht Runden vor Schluss stupste ihn Elliott am Ausgang der vierten Kurve an, Earnhardt landete im Infield Gras, blieb im Gas, hielt das Auto gerade und kam ohne Führungsverlust zurück auf die Bahn. Der Ausflug ging als Pass in the Grass in die Geschichte ein, obwohl es streng genommen gar kein Überholmanöver war. Am Ende standen 200.000 Dollar Siegprämie, jede Menge Blechschaden und der Spitzname The Intimidator zu Buche. Wer diesen Bausatz baut, baut also die Straßenversion eines Autos, das in einer der meistdiskutierten Szenen des amerikanischen Motorsports mitgespielt hat.
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Auftritte in Film, Serie und Popkultur
Weil der Monte Carlo in den USA zu Hunderttausenden auf der Straße war, taucht er in Film und Fernsehen immer wieder auf, meist als Fahrzeug mit Charakter statt als Hochglanzstar. Am bekanntesten dürfte die Rolle in Breaking Bad sein. Jesse Pinkman fährt in den ersten Folgen einen roten Monte Carlo mit Hydraulikfahrwerk und dem Kennzeichen THE CAPN, und genau dieses Detail bringt Walter White überhaupt erst auf seine Spur. Später steht in der Serie ein 1987er Monte Carlo als Wagen der konkurrierenden Dealer vor der Kamera. Auch in der Serie Third Watch, in Vertrauter Feind mit Harrison Ford und Brad Pitt, in Ride Along 2 und bei den Trailer Park Boys tauchen die späten G Body Coupés auf.
Mindestens genauso wichtig ist die zweite Karriere dieser Autos in der Custom Szene. Der Monte Carlo der vierten Generation gehört zu den beliebtesten Basisfahrzeugen für Lowrider und Cruiser überhaupt, mit riesigen Speichenrädern, kandierten Lackierungen und Hydraulik. Für euch als Modellbauer heißt das vor allem eines: Der Bausatz lässt sich in zwei völlig unterschiedliche Richtungen bauen, als sauberes Serienfahrzeug im Zustand ab Werk oder als Interpretation aus der Straßenszene.
Der Bausatz auf dem Basteltisch
Wie bieten hier den 1987er Monte Carlo SS mit der klassischen Notchback Dachlinie in 1:24 an, also mit dem stufigen Heck und nicht mit der flachen Aerocoupe Scheibe. Wer die Aerocoupe Variante aus früheren Jahren im Regal stehen hat, bekommt hier also das passende Gegenstück und kann beide Karosserieformen nebeneinander stellen.
Der Bausatz umfasst 89 Teile und ist als Level 4 eingestuft, richtet sich also an Modellbauerinnen und Modellbauer mit etwas Erfahrung. Der 305 Small Block ist mit dem korrekten Vierfachvergaser nachgebildet, das Interieur ist mehrteilig aufgebaut und bringt Schalensitze sowie den Wählhebel auf der Mittelkonsole mit. Gespritzt wird in Weiß, dazu kommen Klarteile, transparent rote Teile für die Rückleuchten und weiche schwarze Reifen. Farben und Kleber gehören nicht zum Lieferumfang.
Die Karosserie dieses Autos lebt von großen, ruhigen Flächen, und genau die verzeihen keine Nachlässigkeit. Es lohnt sich, die Trennnähte gründlich zu verputzen und mit Grundierung sowie mehreren dünnen Lackschichten zu arbeiten, bevor der Klarlack kommt. Wer sich am Original orientiert, findet in den Prospektfarben der Achtziger reichlich Anregung, von Schwarz über Weiß bis zu kräftigem Rot und Silbermetallic. Sehr wirkungsvoll ist es, die schwarzen Fensterrahmen und Zierleisten sauber abzusetzen, weil dieses Detail die kantige Silhouette erst richtig zur Geltung bringt. Im Motorraum lohnt sich Zeit für Kabel und Schläuche, denn ein Small Block mit Vergaser wirkt schnell technisch und lebendig, sobald ein paar zusätzliche Leitungen ihren Weg finden. Wer es nach dem Bau gern dreckig mag, kann mit dezenten Washes an Radhäusern und Auspuffanlage aus dem Neuwagen ein Auto machen, das schon ein paar Sommer erlebt hat.
Daten zum Bausatz auf einen Blick
Der Bausatz erscheint unter der Artikelnummer 145879090 im Maßstab 1:24 und besteht aus 89 Teilen. Er ist als Level 4 eingestuft und für Modellbauer ab zwölf Jahren empfohlen.
Das fertige Modell misst rund 21,3 Zentimeter in der Länge, 7,7 Zentimeter in der Breite und 6,0 Zentimeter in der Höhe. Enthalten sind die Karosserie in Weiß, Klarteile, transparent rote Teile, weiche schwarze Reifen sowie ein Decalbogen und eine bebilderte Bauanleitung. Farbe, Pinsel und Kleber sind nicht enthalten. Im Shop liegt der Bausatz aktuell bei 34,99 Euro.
Hier geht es direkt zum Modell: https://revell.com/products/145879090-87-monte-carlo-ss







