100 Jahre Lufthansa im Maßstab 1:144 – der Revell Airbus A350-900 als Jubiläumsmodell

Von 29. April 2026Allgemein, Modellbau12 min Lesezeit

Manchmal gibt es Momente in der Modellbaugeschichte, in denen ein Bausatz mehr ist als die Summe seiner 120 Teile. Unser Jubiläumsmodell des Airbus A350-900 in der Sonderlackierung zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa ist so ein Moment. Wer diesen Bausatz in den Händen hält, bekommt neben Plastikspritzlingen und Decalbogen auch noch ein lebendiges Stück der zivilen Luftfahrtgeschichte, das sich zwischen Zeitraum, Zeitgeist und Zeitzeugenschaft bewegt. Hier nehmen wir Euch mit hinter die Kulissen des Bausatz, des Originals und hinter ein Jahrhundert ziviler Luftfahrt, das mit einem gelben Kranich auf blauem Grund begann und heute mit einem überdimensionalen weißen Super-Kranich auf nachtblauem Rumpf weiterlebt.

Der 6. Januar 1926: Der Tag, an dem alles begann

Am 6. Januar 1926 wurde die erste Deutsche Luft Hansa AG durch den Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften Deutscher Aero Lloyd AG und Junkers Luftverkehr AG mit Sitz in Berlin gegründet. Beide Vorgängergesellschaften kämpften zu jener Zeit mit denselben Problemen: Sie wirtschafteten chronisch defizitär und waren ohne staatliche Subventionen schlicht nicht überlebensfähig. Die Fusion war also weniger Aufbruchsromanik als wirtschaftliche Notlösung, sie öffnete aber eine Tür, durch die die deutsche Luftfahrt dann tatsächlich in eine neue Ära spazierte.

Bereits am 6. April 1926 erfolgte der erste Flug von Berlin-Tempelhof nach Zürich. Das klingt heute wenig spektakulär, war aber für die damalige Zeit eine kleine Sensation. Seit 1923 gab es Linienflüge ab Tempelhof, die Luft Hansa nahm im April 1926 ihren Flugbetrieb auf. Als Logo wählte man einen gelben Kranich auf blauem Grund. Die Maschinen jener Zeit kamen von Junkers, Fokker und Heinkel, und das Fliegen war noch weit entfernt von dem, was wir heute kennen: laut, kalt, unkomfortabel, und für die meisten Menschen eine unerreichbare Luxuserfahrung. Dennoch entwickelte sich die Luft Hansa innerhalb weniger Jahre zu einer ernstzunehmenden internationalen Luftfahrtgesellschaft, die Strecken nach Paris, Moskau und Venedig bediente.

Der Unternehmensname ist eine Reverenz an die Hanse, den Zusammenschluss niederdeutscher Kaufleute im Mittelalter. Das althochdeutsche Wort „Hansa“ bedeutet „Schar“ im Sinne einer Gruppe. Der Name entstand übrigens nicht in Berlin, sondern in Dresden. Im Sommer 1924 wurde der Name für die geplante neue Fluggesellschaft erstmals gebraucht, als im Dresdner Rathaus die Eröffnung der Flugverbindung Dresden-München gefeiert wurde. Ein Name, der zu einem der bekanntesten Markenzeichen der Welt werden sollte, wurde bei einer Feier in einer sächsischen Rathausdiele geboren.

Der Kranich: 108 Jahre alt und immer noch das stärkste Tier der deutschen Luftfahrt

Wer die Lufthansa kennt, kennt den Kranich. Aber wer weiss tatsächlich, dass dieses Symbol deutlich älter ist als die Airline selbst? Der Kranich als Symbol geht auf das Jahr 1918 zurück, als der Grafiker und Architekt Otto Firle im Auftrag der Deutschen Luft-Reederei ein neues Logo entwarf. Firle wählte den Kranich als Motiv, weil er für Eleganz, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit stand. Er zeichnete den Vogel in einer stilisierten Form, die an die damaligen Flugzeuge erinnerte.

Bereits 1918 hatte Otto Firle für die Deutsche Luft-Reederei das auch heute noch international bekannte Kranich-Logo der 1926 gegründeten Deutschen Luft Hansa AG kreiert. Als die Luft Hansa dann 1926 gegründet wurde, übernahm sie dieses Symbol nahezu unverändert. In den vergangenen 100 Jahren wurde der Kranich zu einem unverwechselbaren Firmenzeichen und dem Symbol der Marke Lufthansa. Er steht rund um den Globus für Kompetenz, Weltoffenheit und Qualität, weckt Vertrauen und Sympathie.

Es ist eine bemerkenswerte Konstante in der oft turbulenten Geschichte des Unternehmens: Kriege, Neugründungen, politische Zäsuren, Insolvenzen, Fusionen und Pandemien konnten diesen stilisierten Vogel nicht zum Verschwinden bringen. Der Kranich im Kreis ist eines der wenigen Logos der Welt, das man in einem Wort beschreiben kann, das sofort ein ganzes Unternehmen zu verstehen gibt.

Ein Neustart nach dem Krieg und die zweite Geburtsstunde

Die Geschichte der Lufthansa ist keine gerade Linie. In den Jahren 1933 bis 1945 war die in Deutsche Lufthansa AG umbenannte Fluggesellschaft gehalten, die NS-Fahne zu führen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen aufgelöst. Am 6. Januar 1953 wurde zunächst die LUFTAG unter Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Bundesbahn und dem Land Nordrhein-Westfalen gegründet. Am 17. September 1954 erwarb die LUFTAG für 30.000 DM die Markenrechte der alten Deutschen Lufthansa AG inklusive Kranich-Logo und Flagge. Der Kranich flog also buchstäblich in die neue Ära hinüber, gekauft für eine Summe, die heute kaum mehr als ein Witz wäre.

Mit der Wiedergründung der Lufthansa im Jahr 1953 wurde rechtlich das Fundament der heutigen Firma geschaffen. 1955 erfolgte die Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Heute, 2026, ist Lufthansa die größte Airline Europas außerhalb der USA. 40.000 Menschen aus 122 Nationen arbeiten für den Kranich und 100.000 Menschen aus mehr als 160 Nationen für die Group.

Das Jubiläumsjahr 2026 und die blaue Flotte mit dem Super-Kranich

Ein Hundertjähriger feiert nicht leise, und Lufthansa macht da keine Ausnahme. Visueller Kern des Lufthansa Jubiläumsdesigns ist ein tiefblauer Rumpf, auf dem ein weißer Kranich dominiert. Die Flügel des Kranichs erstrecken sich stilistisch bis in die Tragflächen und verleihen den Flugzeugen eine besonders dynamische Optik. Ergänzt wird das Design durch die Zahl „100″ auf der linken Rumpfseite sowie den Schriftzug „1926 | 2026″ auf der rechten Seite. Selbst die Unterseite der Flugzeuge trägt die Jubiläumszahl.

Jeweils eine Boeing 787-9, ein Airbus A380, ein Airbus A350-1000, ein Airbus A350-900, eine Boeing 747-8 sowie zwei Airbus A320neo sind Teil der geplanten Lufthansa-Jubiläumsflotte und erhalten die Sonderlackierung. Bis Herbst 2026 soll die Jubiläumsflotte vollständig sein.

Und dann war da noch der 6. April 2026. Genau 100 Jahre nach den ersten Abflügen der Luft Hansa vom Flughafen Berlin-Tempelhof wiederholte Lufthansa dieses Gründungsmoment auf ganz eigene Weise. An den Drehkreuzen Frankfurt und München hoben am Montagmorgen zwei Langstreckenflugzeuge in Richtung Hauptstadt ab: eine Boeing 787-9 aus Hessen und ein Airbus A350-900 aus Bayern. Beide trugen die blaue Sonderlackierung mit weißem XXL-Kranich.

Der Dreamliner D-ABPU startete nach Zürich, der Airbus D-AIXL nach Köln. Dabei passierten sie auch die Orte, die die Flieger am 6. April 1926 für Stopps genutzt hatten: LH1926 flog von Berlin über Halle, Erfurt und Stuttgart nach Zürich, LH2026 flog von Berlin über Magdeburg nach Köln. 100 Jahre später natürlich ohne Zwischenlandung, sondern nur als abgeflogene Wegepunkte in der Luft. Die Tickets für die beiden Sonderflüge waren innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft.

Das Original im Detail: Die D-AIXL und ihre besondere Geschichte

Das Flugzeug, das unserem Bausatz als Vorbild dient, ist kein anonymes Serienexemplar. Die D-AIXL hat eine ganz konkrete Geschichte, die sich im Jubiläumsjahr 2026 besonders deutlich zeigt. Die A350-900 mit der Registrierung D-AIXL hat die 100-Jahre-Sonderlackierung in der Lackierhalle im französischen Châteauroux erhalten.

Ein dunkelblauer Airbus A350 mit dem überdimensionalen Kranich, der zur Sonderflotte gehört, die bis Herbst 2026 komplett sein soll, landete am 2. Februar 2026 erstmals am Flughafen München. Die D-AIXL trägt den XXL-Kranich und ist als modernes Langstreckenflugzeug der Hälfte der geplanten Jubiläumsflotte zugehörig. Stationiert ist die Maschine in München, wo Spotter von der Besucherterrasse des Terminals 2 einen besonders guten Blick auf sie erhaschen können.

Der Airbus A350-900: Warum dieses Flugzeug ein würdiges Jubiläumsmodell ist

Der Airbus A350-900 ist nicht zufällig das Herzstück der Jubiläumsflotte und damit auch das Herzstück unseres Bausatzes. Er repräsentiert das modernste, was die Langstreckenluftfahrt heute zu bieten hat. Der Airbus A350 ist ein zweistrahliges Langstrecken-Großraumflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus und das Verkehrsflugzeug mit dem höchsten Anteil an Kohlenstofffaserverbundwerkstoffen in Rumpf- und Tragflächenstruktur.

Der Erstflug der A350-900 fand am 14. Juni 2013 in Toulouse statt. Die erste Auslieferung an Erstkunde Qatar Airways erfolgte am 22. Dezember 2014, und der erste Liniendienst startete am 15. Januar 2015 auf der Strecke Doha nach Frankfurt. Man könnte es also als eine schöne Ironie der Luftfahrtgeschichte betrachten, dass ausgerechnet das Flugzeug, mit dem die A350-Ära kommerziell begann, auf der Route Doha nach Frankfurt flog und Frankfurt das historische Drehkreuz von Lufthansa ist.

Die A350-900 bietet Platz für 314 Passagiere in einer Dreiklassenkabine und hat eine Reichweite von 15.000 km. Die Basisversion des Airbus A350 ist 66,89 Meter lang und verfügt über eine Flügelspannweite von 64,75 Metern. Diese Dimensionen stecken auch im Modell: Im Maßstab 1:144 erreicht unser Bausatz fertig aufgebaut die imposanten Maße von 464 Millimetern Länge und 447 Millimetern Spannweite. Wer das Modell dann im Regal stehen hat, bekommt eine sehr konkrete Ahnung davon, wie gewaltig dieses Flugzeug in der Realität ist.

Die Struktur des A350-900 ist aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt, was ihn wesentlich leichter und aerodynamischer macht. Mit Rolls-Royce Trent XWB-Triebwerken der neuesten Generation fliegt die A350-900 leise und verbraucht weniger Treibstoff als ältere Modelle. Für Modellbauer bedeutet das, dass sie ein Flugzeug nachbauen, das in puncto Werkstoff und Aerodynamik fast so nah am Modellbau selbst ist wie an der klassischen Aluminium-Luftfahrt: gebaut aus Verbundwerkstoffen, optimiert bis in die letzte Wölbung, und auf Langstrecke ausgelegt.

Unboxing: Der Bausatz im Überblick

Unser Modell des Lufthansa Airbus A350-900 in der Lufthansa-Jubiläumslackierung ist als Geschenk-Set konzipiert, was bedeutet, dass ihr direkt loslegen könnt, ohne erst den Bastelkeller nach Kleber und Pinsel durchsuchen zu müssen. Im Set findet ihr den Modellbausatz selbst im Maßstab 1:144 mit insgesamt 120 Teilen, einen speziellen Decalbogen mit der Sonderlackierung zum 100-jährigen Jubiläum, Grundfarben, Pinsel, Kleber sowie einen Standfuß, der die Präsentation des fertigen Modells wahlweise mit ein- oder ausgefahrenem Fahrwerk erlaubt.

Mit Schwierigkeitsgrad Level 4 richtet sich dieses Modell an erfahrene Modellbauer, die Freude an einem technisch anspruchsvollen Bau haben und beim Finishing besonders sorgfältig arbeiten. Die Empfehlung gilt ab 12 Jahren, aber seien wir ehrlich: Wer die Sonderlackierung in ihrer vollen Pracht auf das Modell bringen möchte, sollte schon etwas Übung im Umgang mit Decals haben. Die Verbindung von großflächigen Rumpfbereichen und dem präzisen Übergang des Kranichflügels in die Tragfläche ist die eigentliche Herausforderung dieses Modells, und genau dort entscheidet sich, wie nah das fertige Stück am beeindruckenden Original dranbleibt.

Die Triebwerke und das Fahrwerk sind detailliert ausgeführt, was besonders dann zum Tragen kommt, wenn ihr das Modell mit ausgefahrenem Fahrwerk präsentiert und den Blick von unten einfangt: Genau dort prangt die große „100″, die auch am echten D-AIXL auf der Unterseite zu sehen ist.

Den Übergang des Kranichflügels in die Tragfläche solltet ihr mit äußerster Sorgfalt setzen, denn dieses Detail ist das ikonischste Element der Sonderlackierung und das erste, was Betrachter sehen. Ein ruhiger Nachmittag, gutes Licht und ein feiner Weichmacher machen hier den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich großartigen Ergebnis.

Limitiert und bedeutsam: Warum dieser Bausatz eine besondere Stellung hat

Wir haben Sonderlackierungen bereits in der Vergangenheit als Vorlagen für unsere Modelle genutzt, und wir wissen, dass diese Editionen eine ganz andere Halbwertszeit haben als Standardmodelle. Die Jubiläumslackierung der D-AIXL ist auf das Jahr 2026 begrenzt und Teil einer Kampagne, die Lufthansa in dieser Form kein zweites Mal auflegen wird. Unser Bausatz ist eine limitierte Edition, die den Zeitgeist dieses Jahres einfängt, und wer ihn fertiggestellt in der Vitrine hat, wird dort in zehn oder zwanzig Jahren auf ein Modell blicken, das ein ganz bestimmtes Kapitel der deutschen Luftfahrtgeschichte festhält.

Gerade für Sammler, die Lufthansa-Modelle oder Sonderlackierungen als thematischen Schwerpunkt haben, ist dieser Bausatz ein nahezu unverzichtbares Stück. Er verbindet 100 Jahre Unternehmensgeschichte, ein ikonisches Designkonzept und ein technisch hochmodernes Flugzeug in einem Modell und tut das in einem Maßstab, der auf dem Regal wirklich Eindruck macht.

Ein Modell, das größer ist als seine Teile

Der A350-900 in der Lufthansa-100-Jahre-Sonderlackierung ist einer jener Bausätze, bei denen der Kontext das Modell adelt. 120 Einzelteile sind dabei, ein Decalbogen und ein Standfuß. Aber was ihr eigentlich baut, ist die Geschichte einer Airline, die 1926 als wirtschaftliche Notfusion begann, einen Kranich als Logo übernahm, der bereits acht Jahre älter war als sie selbst, zwei Weltkriege und zwei Neugründungen überstand, und heute mit einem überdimensionalen weißen Vogel auf nachtblauem Rumpf über die Routen fliegt, auf denen sie vor hundert Jahren ihre ersten tastenden Schritte in die Luft machte.

Hier kommt das Flugzeug zum ersten Mal in München an:

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und hier das 100 Jahre Event in Berlin als Best Of

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