
Es gibt Autos, die schneller fahren als alles andere ihrer Zeit, und es gibt Autos, die Geschichte schreiben. Und dann gibt es den Aston Martin Ulster, der beides gleichzeitig schaffte. Dieser gedrungene, nüchterne Vorkriegs-Rennwagen aus dem Jahr 1934 ist kein Fahrzeug, das mit Glamour beeindruckt, er beeindruckt mit Charakter. Mit einer langen Motorhaube, offenem Cockpit, einfachsten Mitteln und einem Motor, der für seine Zeit fast obszön gut abgestimmt war, fuhr der Ulster in den wichtigsten Ausdauerrennen der 1930er Jahre mit und gewann. Heute ist er eines der begehrtesten Vorkriegs-Sammlerstücke überhaupt, und jedes einzelne der wenigen noch existierenden Exemplare ist bekannt und dokumentiert.
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Vom Reißbrett zum Rennklassiker: Die Geburt des Ulster
Bert Bertelli verstand den Rennsport nicht als Marketing, sondern glaubte aufrichtig daran, dass Rennen die Konstruktion verbessern, und baute seine Autos entsprechend. Der 1934 vorgestellte Mark II bildete die technische Basis für das, was wenig später zum Ulster werden sollte. Die ersten drei Fahrzeuge des Typs wurden als Werksrennwagen für Le Mans 1934 gebaut, mit einem erleichterten Chassis und einem von Harry Bertelli entworfenen leichten Zweisitzeraufbau. Eine besondere Konstruktion ermöglichte es, das Reserverad flach im Heck zu verstauen, was die charakteristische Heckform des Wagens erzeugte.
Aberglaube, Farbe und ein historischer Dreifachsieg
Beim Le Mans 1934 schieden alle drei Werks-Astons wegen kleiner mechanischer Probleme aus, was Bertelli dazu veranlasste, die Autos von Britisch-Grün auf Italienisch-Rot umzulackieren, um das Pech zu bannen. Beim darauffolgenden RAC Tourist Trophy Rennen in Ards in Ulster belegte das Trio der frisch umlackierten Aston Martin die Plätze eins, zwei und drei in der Klasse und holte den Teampreis. Einen Monat später stellte Bertelli einen Kundenableger auf der Earls Court Motor Show vor und gab ihm einen neuen Namen: Ulster.

Auch Bertelli selbst war übrigens nachweislich abergläubisch gegenüber der Zahl 13 und ließ sie bei seinen Werks-Chassis-Nummerierungen einfach weg, so folgte auf LM12 direkt LM14. Bert Bertelli bezeichnete den Ulster später als das beste Auto, das er je gebaut hatte. In seinem Buch „Aston Martin 1913–1947″ kommentierte Inman Hunter: „Wenn je ein Auto für seinen Zweck gemacht aussah, dann war es der Ulster.“
Was den Ulster technisch auszeichnete
Die sorgfältig zusammengebauten 1.495-ccm-Motoren mit Trockensumpfschmierung, Hochkompressionskolben und einem Verdichtungsverhältnis von 9,5:1 erzeugten mit speziellem Laystall-Kurbelwelle und heißerer Nockenwelle rund 90 PS. In Verbindung mit einem enggestuften Viergang-Getriebe waren die robusten, flachkühligen Ulsters in der Lage, mehr als 100 Meilen pro Stunde für längere Zeiträume zu fahren.
Kleine Details verraten, wie viel Erfahrungswissen in diesem Auto steckt: Das Armaturenbrett wurde matt schwarz lackiert, weil reflektierendes Frühsonnenlicht bei Vollgas in Le Mans als ernstes Problem erkannt worden war. Der Kühlerrahmen wurde in Karosseriefarbe gehalten, und jede Chassisschraube wurde mit einem Splint gesichert.
Le Mans 1935: Der große Moment
Das Jahr 1935 war das erfolgreichste in der Vorkriegsgeschichte von Aston Martin. Sieben Autos wurden für Le Mans gemeldet, darunter drei neue Werks-Ulsters. Zusammen gewannen sie den Rudge Cup, und LM20 belegte den dritten Gesamtrang. Dabei hatten die Technischen Kommissare zunächst die kleinen Kotflügel nicht akzeptiert, weil sie die Reifen nicht ausreichend abdeckten; Kotflügelkanten wurden eilig nachgerüstet, die LM20 trägt diese noch heute.
Das Chassis LM19 lieferte dabei eine dramatische Anekdote: Es geriet in der Nacht in die Bankette und landete auf dem Dach. Der Fahrer entkam unverletzt, „shaken, not stirred“, wie das Octane Magazine trocken anmerkte. LM19 wurde vollständig wiederaufgebaut und trat kurz darauf erneut an.
31 gebaut, 28 überlebt
Von den 31 gebauten Ulsters, einschließlich der zehn Werks-Teamwagen, sind 28 erhalten, und der Verbleib aller ist bekannt. Das ist für Vorkriegsrennwagen eine außergewöhnliche Quote und spricht sowohl für die Qualität der Konstruktion als auch dafür, dass die Besitzer sich der historischen Bedeutung dieser Autos von Anfang an bewusst waren. Der Vorkriegs-Aston-Martin-Experte Derrick Edwards, der als Gründer von Morntane Engineering (heute Ecurie Bertelli) wesentlich für das Überleben vieler dieser Fahrzeuge verantwortlich war, schätzte einmal, dass er in 40 Jahren Rennsport mit einem Ulster rund 650 Auszeichnungen gewann, was die legendäre Zuverlässigkeit dieser Wagen eindrucksvoll illustriert.
Zu den bekannten Besitzern zählte etwa Simon Draper, Geschäftsführer von Virgin Records, der seinen Ulster an Aston Martin Owners Club Rennen teilnehmen ließ. Die Auktionspreise, die überlebende Ulsters erzielen, spiegeln ihren Status wider: Das Chassis LM19 erzielte bei Bonhams fast drei Millionen Pfund.
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Aston Martin, der Ulster und die Popkultur
Der Ulster selbst war nie auf einer Kinoleinwand zu sehen, er war schlicht zu selten und zu kostbar. Aber die Marke Aston Martin, die ohne die Ulster-Erfolge der 1930er Jahre vielleicht gar nicht überlebt hätte, wurde durch diesen Rennsportruhm zum Fundament jenes Rufs, den Ian Fleming dann in seiner James-Bond-Reihe nutzte. In den Romanen ließ Fleming seinen Agenten einen Aston Martin DB Mark III fahren, weil die Marke für genau das stand, was der Ulster in den 1930er Jahren verkörpert hatte: britische Ingenieurskunst, Understatement und echte Leistung ohne Protzerei.
In Michael Bowlers Standardwerk „Aston Martin: The Legend“ wird der Ulster als das Beste beschrieben, was die Bertelli-Ära hervorbrachte: „ein Nachbau der 1934er Teamwagen, die beim Ulster TT 3., 6. und 7. geworden waren, für nur 750 Pfund für Amateurfahrer erhältlich“.
Euer Bausatz auf einen Blick
Als Wiederauflage kehrt der Aston Martin Ulster in unser Sortiment zurück. Artikel 077519090, Maßstab 1:32, 70 Einzelteile, Schwierigkeitsgrad Level 5, Altersempfehlung ab 13 Jahren, Preis 14,99 Euro. Enthalten sind der unlackierte Kunststoffbausatz, eine bebilderte mehrsprachige Bauanleitung sowie ein Abziehbildersatz für historische Rennversionen.
Der Aston Martin Ulster ist das beste Auto, das Bert Bertelli je baute. Sagt er selbst. Und wer ihn gebaut oder in der Vitrine gesehen hat, wird schwerlich widersprechen.
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Inspirationen zum Bau
Hier habt Ihr einen Aston Martin Ulster in voller Pracht
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und in seinem natürlichen Habitat. – auf der Rennstrecke
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